Faszination Urwald – Parque Nacional Madidi

Nach ein paar Ruhetagen beschlossen wir den Nationalpark Madidi, in dem wir bereits vor vier Jahren bei unserer ersten Südamerikareise waren, in Angriff zu nehmen. Die ursprüngliche Idee eines Urwaldtreks mussten wir aufgrund der weiterhin schmerzenden Rippe fallen lassen. So organisierten wir wieder mit dem Touranbieter San Miguel de Bala der “community basierten Ökoturismus” anbietet eine zweitägige Tour in den Urwald. Der Tourismus bietet der indigenen Dorfgemeinschaft eine Möglichkeit einer fairen und nachhaltigen Arbeit. Die Touren sind zwar etwas teurer als das Angebot einiger anderer kommerziellen Anbieter doch unterstützen wir gerne diese Art des Tourismus. Auch aus ökologischer Sicht wissen wir, dass dieser Touranbieter im Gegensatz zu vielen anderen sehr respektvoll gegenüber der Natur handelt.
Bereits um 5.00 Uhr in der Früh trafen wir uns am kommenden Morgen im Büro von San Miguel de Bala. In San Buenavista (dem Ort der sich auf der anderen Seite des Rio Beni gegenüber von Rurrenabaque befindet) hatte der Bürgermeister sich Geld illegalerweise unterschlagen. Da dies die Dorfgemeinschaft nicht als richtig empfand wurde er für etwa 24 h angeprangert (so wie in Europa im Mittelalter). Daraufhin flüchtete der Bürgermeister nach La Paz und die Dorfgemeinschaft bestimmte einen Nachfolger. Der ehemalige Bürgermeister wollte sich das jedoch nicht gefallen lassen und konterte. Da der neue Bürgermeister nicht gewählt wurde, war dies ungesetzlich. Und nachdem er nach zweimaliger Aufforderung nicht zur Gerichtseinladung nach La Paz erschien, sollte die Inhaftierung des neuen Bürgermeisters erfolgen. Doch da die Dorfgemeinschaft hinter dem neuen Bürgermeister stand und dies nicht zu lassen wollte wurde kurzerhand der Fluss blockiert und sämtlicher Fährverkehr eingestellt. Aus diesem Grund mussten wir noch in der Dunkelheit die Stelle passieren, wo tagsüber blockiert wurde um in den Nationalpark Madidi zu gelangen.

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Nach einem kurzen Frühstücksstopp bei der uns bereits bekannten Lodge nahe der Dorfgemeinschaft San Miguel ging es noch etwa zwei Stunden flussaufwärts bis wir über den Rio Tuichi die neue Lodge im Nationalpark Madidi erreichten. In der Zwischenzeit hatte sich auch gottseidank der strömende Regen gelegt und kurz darauf konnten wir schon unsere erste Erkundungstour in den Regenwald starten. Gespannt lauschten wir Sandros Ausführungen über den Wald und seine Bewohner. Der indigene Führer lernte von seinem Vater und Großvater die Geheimnisse des Jungels kennen: die medizinische Bedeutung von Pflanzen, die Imitation von diversen Urwaldbewohnern und vieles mehr. In den kommenden beiden Tagen konnten wir neben vielen Bäumen auch einige Tiere wie die kleinen Cappuccinoaffen,Wildschweine, Capybaras (Wasserschweine), Papageien, einen Alligator und einen Kaiman und so manches mehr sehen. Besonders faszinierten uns auch die riesengroßen bunt schimmernden Schmetterlinge, die uns bei der Jagd nach Fotos ganz schön auf die Geduldsprobe stellten. Leider verflogen die beiden Tage wie im Flug. Doch da auch das Wetter schon wieder umgeschlagen hatte und heftige Regenschauer vom Himmel prasselten war der Abschiedsschmerz nicht ganz so groß.

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Rurrenabaque – durch die grüne Hölle ins Urwaldparadies?

Bereits um 8 Uhr saßen wir am nächsten Tag, einem Sonntagmorgen, wieder fahrbereit am Steuer von unserem Carlos und machten uns auf den Weg von Coroico Richtung Rurrenabaque. Nachdem wir noch kurz die Vorräte und den Dieseltank (1 Liter zu 3.72 Bolivianos)gefüllt hatten, stand dem kommenden Fahrabenteuer nichts mehr im Wege. Da auf dieser Strecke an etlichen Stellen gebaut wurde, war der Sonntag die einzige Möglichkeit ohne Wartezeiten zu passieren und das wollten wir ausnützen. Rasch ging es zu Beginn über die teils schon verbreitete Piste, die spektakulär in die steilen Abhänge gesprengt wurde. Die Fahrtrichtung änderte sich auf dieser Strecke je nachdem auf welcher Seite sich der Abgrund befand. Das ungewohnte Fahren auf dem linken Fahrbahnrand und die Änderungen von links nach rechts und dann wieder zurück brachten uns zu Beginn ganz schön ins Schwitzen. Kurz vor Mittag erreichten wir Caranavi, den letzten größeren Ort auf der Strecke und zweigten Richtung Rurrenabaque ab. Die Straße wurde nun immer schmäler und es dauerte nicht lange bis wir an einer Stelle vorbei kamen, wo gerade ein Auto geborgen wurde.

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Langsam schlängelte sich die Erdpiste über die üppig bewaldeten Tropenwälder bergauf. Mit steigender Höhe wurde die Straße abschnittsweise immer matschiger und Carlos wurde bereits ganz schön gefordert. Besonders in diesen Abschnitten war Gegenverkehr äußerst unangenehm, da zumeist ein Auto rückwärts fahrend eine geeignete Stelle zum Vorbeifahren aufsuchen musste. Lastwagen und Busse stellten sich als überaus unerwünschte Verkehrsteilnehmer heraus, da sie sich keinen Millimeter vom Fleck bewegten und stets wir auszuweichen hatten. Bei kleineren Verkehrsteilnehmern wurde es teilweise zur Geduldsprobe wer den Rückweg antrat.
Auf einmal blockierte eine kleine Schlange aus PKWs und LKWs die Straße. Ein großer Lastwagen war im Matsch steckengeblieben. Nachdem sich eine Befreiung als unmöglich herausstellte, musste ein Straßenbaufahrzeug zur Hilfe eilen. Nach etlichen Versuchen konnte der LKW aus dem Matsch geborgen werden und nachdem das Straßenbaufahrzeug noch für eine bessere Befestigung der Straße sorgte, passierte Carlos ohne jegliche Schwierigkeiten die zuvor heikle Passage – es konnte weiter gehen. Der Weiterweg zeigte sich von unterschiedlicher Qualität. Es wechselten trockene Abschnitte mit teils großen Schlaglöchern mit nassen Passagen, die vor allem aufgrund der tiefen Spurrillen durch den LKW-Verkehr gefährlich für Carlos waren. Mehrmaliger Unterbodenkontakt war leider nicht zu vermeiden. Bereits im Finsteren erreichten wir Yacumo. Bei einer Polizei- und Militärkontrolle wurde uns mitgeteilt, dass nun die Straße deutlich besser werden sollte. Auch auf dieser Straße wurde gebaut, da sie in naher Zukunft sogar asphaltiert werden sollte. Doch trotz Baumaßnahmen und immer wiederkehrenden kleinen Umleitung gab sich Carlos alle Mühe die Strecke schnell hinter sich zu bringen. So schafften wir die etwa 100 km von Yacumo in nicht einmal drei Stunden!! (Beinahe eine Autobahn im Vergleich zu dem vorangegangenen Streckenabschnitt!) und rollten um kurz nach 22.00 Uhr in Rurrenabaque ein. Wir parkten Carlos vor die Anlage des Hotels El Mirador und träumten bald tief und fest. Unsere dickwandigen Weingläser die uns die gesamte Reise nicht im Stich gelassen hatten, waren bei dieser Fahrt in die Brüche gegangen – doch Scherben bringen Glück.

Am nächsten Morgen staunten wir nicht schlecht, als ein Säckchen mit frischen, warmen Brötchen an unserem Rückspiegel baumelte (Der französiche Bäcker im Ort besticht mit ausgezeichnetem Brot, nach dessen Qualität man in Südamerika lange suchen muss!). Bald darauf wurden wir auch schon von Jorge dem Besitzer und Pepe dem Manager in Empfang genommen. Nach einer kurzen Rundfahrt durch das Gelände entschieden wir uns Carlos bei einer Campingmöglichkeit auf einem kleinen Hügel, nahe des Hauses des Besitzers abzustellen. Vom Auto aus genossen wir traumhafte Ausblicke auf das Örtchen Rurrenabaque und die Weiten des bolivianischen Urwaldes. Keine 10 m hinter dem Auto wucherte bereits der tropische Regenwald. Uns war im Hotel Oberland nicht zu viel versprochen worden….
An den nächsten Tagen machten wir eine kleine Wanderung durch den Regenwald die direkt hinter dem Haus startete und zu einem Sattel mit toller Aussicht führte. Eine Machete leistete uns gute Dienste da der Wald fleißig daran arbeitete sich den schmalen Pfad wieder zurückzuerobern.
Da wir für die Moskitos eine willkommene Nahrungsquelle darstellten (Frischfleisch?), waren wir bald von oben bis unten zerstochen. Abends war es jedoch zu heiß, um die Autofenster zu schließen und so musste ein Fliegengitter her. Dank Jorges Hilfe konnten wir bald Klettverschluss und Fliegengitter organisieren und machten uns an die Arbeit ein abnehmbares Fliegengitter zu basteln. Um die groben Näharbeiten zu beschleunigen, ließen wir uns im Ort helfen. Mit mechanisch betriebenen Nähmaschinen begann das Fliegengitter Form anzunehmen. Die Feinarbeit musste jedoch noch von uns per Hand erfolgen, da die Nähmaschinen auch nicht Zig-Zag nähen konnten.
Zu den Vorzügen des Hotels El Mirador (www.rurre.com) gehörte auch ein Swimmingpool in dem man vor allem bei der Abenddämmerung eine unglaublich schöne Stimmung genießen konnte. Doch leider sind diese harmlosen Aktivitäten wie ein erfrischendes Bad mit einem hohen Gefahrenpotential verbunden und so rutschte Martin am nassen Schwimmbadrand aus und schlug mit dem Brustkorb auf einer kleinen Mauer auf. Neben einem riesengroßen Bluterguss deutete alles auf eine gebrochene Rippe hin. Somit hieß es für uns erstmals ein paar ruhigere Tage einzuschlagen. Wenigstens bot sich die Umgebung in Rurrenabaque hier großartig dafür an. Spaziergänge ins Ortszentrum um das Internet zu checken und uns mit frischem Obst und Gemüse einzudecken gehörten neben vielen Stunden die wir mit Jorge verbrachten zum kommenden Tagesprogramm. Von Jorge, der bereits fast überall auf der Welt arbeitend oder reisend unterwegs war, konnten wir vieles über die Welt, Südamerika und vor allem Bolivien lernen. Diese Insiderinformationen waren für uns besonders spannend da es schwierig ist als Tourist diese komplexen Zusammenhänge zu verstehen und mitzubekommen. Mit dem Auto sind wir manchmal in einer bisschen privilegierteren Lage als Rucksackreisende um uns ein Bild abseits der Touristenströme zu machen.

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Über eine wahre Todesstraße mitten in die Cocaanbaugebiete der Yungas

Um uns nach der Kälte in der Höhe wieder mit Wärme “vollzutanken” und uns endlich von unseren hartnäckigen Schnupfen zu trennen, beschlossen wir nach Rurrenabaque in den Urwald zu fahren. Die Strecke sollte dafür über den “Abra la Cumbre” – Pass (4.650 m) und die berühmte Todesstraße nach Coroico und weiter nach “Rurre” führen. Doch die Orientierung in Bolivien sollte sich wiedereinmal als äußerst schwierig herausstellen. (Wir konnten leider keine brauchbare Bolivienkarte in La Paz auftreiben.)
Schon bei der Fahrt durch La Paz machte Carlos die ersten Irrfahrten an den äußerst steilen, bewohnten Abhängen der Großstadt. Schließlich fanden wir jedoch nach mehrmaligem Nachfragen den richtigen Weg und überquerten bald darauf den Cumbre und verbrachten die Nacht kurz nach der Passhöhe bei einigen Essensausschanken auf etwa 3.700 m.

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Am nächsten Morgen läutete zeitig in der Früh der Wecker und wir machten uns sogleich auf den Weg. Nach einigen Kilometern auf der gut ausgebauten Asphaltstraße zweigte rechter Hand eine Schotterpiste ab. Diese konnten wir nicht mit unseren Erinnerungen von der Downhillfahrt vor vier Jahren in Einklang bringen, schoben dies jedoch auf ein mangelhaftes Gedächtnis und bogen in der Meinung uns auf der Todesstraße zu befinden ab. Bald darauf genossen wir ein ausgiebiges Frühstück bei tollen Ausblicken in das enge und steile Tal.
Die Straße schlängelte sich durch verschiedene Vegetationszonen entlang der Hänge in die nebelverhangenen Schluchten. Wir waren überrascht, dass wir von zahlreichen öffentlichen Bussen und Minibussen überholt wurden. Aufgrund der geringen Breite der Straße und der tiefen Abgründe bevorzugten wir eine sehr gemäßigte Fahrweise. Die Straße war großteils nur einspurig ausgebaut, so dass bei Gegenverkehr eine Ausweichstelle (vorwärts oder rückwärts fahrend) gesucht werden musste. Hupen vor jeder Kurve war obligatorisch. Wiederum wunderten wir uns, dass uns die Straße nicht bekannt vor kam und vor allem der viele Verkehr brachte uns noch stärker ins grübeln. Doch als wir wenig später erfuhren, dass am Vortag ein Bus mit zwanzig Insassen in die Tiefe gestürzt war, schienen wir bestärkt uns auf der “Todesstraße” zu befinden und auch in der Wahl unserer defensiven Fahrweise. Prompt wählten wir bei einer Abzweigung den falschen Weg und machten einen ersten Abstecher in die Cocaanbaugebiete der Yungas. Bei Nachfrage nach dem Weg nach Coroico antworteten uns erstaunte Augen und wiesen uns in die andere Richtung. So drehten wir um und folgten einer noch schmäleren Piste mit spektakulären Tiefblicken. Schon kurz darauf mussten wir anhalten, da gerade Sprengarbeiten auf der Straße im Gange waren und die Piste noch von zwei Baggern fahrbereit bereinigt werden musste. Auch hier (auf dieser äußerst engen Straße) folgte uns kurz darauf ein Bus. Die beiden Bagger schoben fleißig das gelockerte Gestein in die Tiefe, wo es tosend mehrere hundert Meter in die Tiefe raste.
Beim Betätigen des Wasserhahnes (bei offenem Abwasserhahn) wurde Martin lächeln darauf hingewiesen: ” Tu coche está urinando” – (Dein Auto uriniert) was zu einer allgemeinen Aufheiterung unter den Wartenden führte. Knapp 1,5 h später ging es weiter durch steile Abhänge mit unzähligen Cocaplantagen auf terrassierten Abhängen. Der Weg nach Coroico wollte kein Ende nehmen und so kurvten wir durch viele kleine Örtchen, in denen wir von den Cocabauern ungläubig beäugt wurden. Schön langsam taute uns, dass wir wohl nicht auf der gewünschten und uns ja bekannten Strecke befanden. Nach vielen Stunden erreichten wir kurz nach der Abenddämmerung Coroico und stellten uns für die Nacht auf einen Parkplatz vor dem Hotel Esmeralda. Wir hatten eine viel längere Strecke über die Örtchen Puente Villa und Coripata gewählt, die aber der wahren “Todesstraße” (heute beinahe nicht mehr befahrenen) in nichts nachstand.

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Der Zongopass und der Huayna Potosi – unser erster 6000er

Nachdem unsere Bergpläne in Chile aufgrund der Polizei gescheitert waren, wollten wir nun den Huayna Potosi (6.080 m) in Angriff nehmen. Doch zuvor es in die Höhe ging, mussten wir noch El Alto passieren. Der sonntägliche Markt auf El Altos Straßen stellte die erste Herausforderung dar. Mit viel Hupen und Geduld schlängelten wir uns durch den dichten Verkehr und vorbei an zahlreichen Verkaufsständen. Am Zongopass (4.750 m) angekommen suchten wir uns einen Stellplatz für die Nacht.
Am nächsten Tag machten wir eine kleine Akklimatisierungstour zur Laguna Canada. Der Weg führte zuerst entlang eines Wasserkanals und konnte mit spektakulären Tiefblicken punkten. Auch der Huayna Potosi zeigte sich mächtig und glitzernd weiß von seiner schönsten Seite. In der Mittagspause studierten wir die Wegfindung am Gletscher bei strahlendem Sonnenschein. Bereits auf dem Rückweg zogen Wolken aus dem Zongotal auf und schon wenig später hagelte und schneite es – eine weiße Decke umgab uns für die Nacht.

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Am nächsten Tag läutete zeitig der Wecker, doch da sich Anna nicht gesund fühlte, musste die Besteigung des Huayna Potosi vertagt werden. Ein gemeiner Virus hatte Hals und Nase besiedelt und wollte sich der Bergtour in die Wege stellen. Doch Papas Notfallsmedizin, der selbst gemachte Zirbenschnaps, überzeugte mit seinem großartigen Heilungspotential und wir konnten die Bergtour am kommenden Tag in Angriff nehmen. Bepackt mit jeweils etwa 18 – 19 kg ging es im Schneckentempo zum Hochlager auf 5.130 m. Aufgrund der vielen Besteigung befindet sich in dieser Höhe ein rustikales Refugio. Nach Wasserholen aus einem kleinen Eisloch hinter der Hütte kochten wir uns ein stärkendes Abendessen mit Suppe und Pasta und begaben uns bald in die Schlafsäcke. Wir waren die einzigen die sich alleine auf den Weg gemacht hatten. Alle anderen waren mit Bergführer und Koch unterwegs und hatten deutlich kleinere Rucksäcke. Bereits um halb zwölf kam Unruhe in der Hütte auf und kurz darauf startete auch schon die “morgendliche” Radiomusik der Guides. Widerwillig und müde kletterten auch wir um kurz vor 1 Uhr aus den Schlafsäcken, kochten Tee und frühstückten ein bisschen. Wir waren eine der letzten Seilschaften die sich auf den Weg durch die Gletschermassen begab. Ein breit ausgetretener Pfad erleichterte die Orientierung in der Dunkelheit deutlich, doch je höher wir stiegen, umso mehr Wolken zogen auf und auch die Temperaturen sanken in ungemütliche Bereiche. Trotz Daunenjacken, -Fäustlingen und den warmen Expeditionsschuhen kamen unsere Finger und Zehen leicht ins Frösteln. Langsam kämpften wir uns Schritt für Schritt keuchend in die Höhe. Wir hatten nicht gedacht, dass das so anstrengend werden würde. Bei Einbruch der Dämmerung erreichten wir den Gipfelgrat, der der schönste in der gesamten Cordillera Real sein soll. Auf beiden Seiten ging es gefährlich steil in die Tiefe und so tasteten wir uns vorsichtig einen Schritt nach dem anderen voran. Der Pfad war so schmal, dass man nur einen Fuß hinter den anderen setzen konnte und aufgrund des fest, gefrorenen Schnees war es schwierig mit dem Pickel halt zu finden. Die Tiefblicke waren jedoch aufgrund des schlechten Wetters leider (oder gottseidank?) sehr eingeschränkt und wir waren erleichtert als wir den kleinen Gipfel auf 6088 m erreichten. Auch unsere kleine Kamera litt unter der Kälte und verweigerte uns ein Gipfelfoto. (Die große Kamera hatte aufgrund ihres größeren Gewichtes Hausarrest im Carlos.) Nach kurzem Verschnaufen traten wir jedoch schon wieder den Rückweg an um den gefährlichen Teil hinter uns zu bekommen. Bei dieser Passage verstanden wir, dass so mancher die Dienste eines Bergführers gerne in Anspruch nahm.
Auf dem Rückweg wurde der Nebel immer dichter und wir waren sehr dankbar über den gut ausgetretenen Weg, da wir ansonsten wohl ernsthafte Orientierungsprobleme gehabt hätten.
Müde, jedoch glücklich über den Gipfelerfolg erreichten wir um etwa ein Uhr unseren Carlos und beschlossen wieder zurück ins Hotel Oberland, nach La Paz zu fahren.

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Gas, Freunde und nochmal Freunde

Beim Grenzübertritt nach Bolivien lernten wir zwei junge Chilenen kennen, die mit einem in Brasilien gefertigten T2 – Camper für drei Monate herumreisen. Die Grenzformalitäten liefen anders ab wie bisher in Argentinien und Chile. Wir konnten jedoch ohne größere Probleme einreisen und bekamen sogleich eine Aufenthaltsgenehmigung für 90 Tage für Carlos und uns. Die Chilenen hatten nicht ganz so viel Glück und mussten ein bisschen Schmiergeld bezahlen um einreisen zu dürfen. Auch Martin wurde angebettelt, da er jedoch noch fast kein bolivisches Geld besaß, ließen die Polizisten bald von ihm ab.
Da es bereits finster war, als wir offiziell die Grenze überrollten, entschlossen wir die Nacht Auto an Auto bei der Grenze zu verbringen. Wir vereinbarten für den nächsten Tag zeitig aufzubrechen, da wir beide eine weite Strecke vor uns hatten.
Wir waren richtig überrascht wie zügig wir auf der gut ausgebauten, asphaltierten Straße vorankamen. Der viele Transit auf der wichtigsten Verkehrsverbindung von Bolivien nach Chile hatte aber bereits seine Spuren hinterlassen, die sich in teils tiefen Spurrinnen und zahlreichen Schlaglöchern zeigten. Bereits am Vormittag erreichten wir Curahuara, wo sich unsere Wege trennen sollten. Die beiden Chilenen wollten weiter nach Oruro und wir peilten das Hotel Oberland in La Paz an. Zuvor jedoch wollten wir noch unser Glück mit Diesel und Gas versuchen. Bei der Suche nach Diesel blieben wir in dem kleinen Ort erfolglos. Im Gegensatz dazu hatten wir mit dem Gas Glück und es dauerte nicht lange bis uns an einer großen Gasabfüllstation unsere beiden Flaschen aufgefüllt wurden. Obwohl eine lange Menschenschlange auf die Füllung ihrer Gasflaschen wartete, wurden unsere europäischen Flaschen sofort gefüllt und wir konnten kurz darauf die Weiterreise Richtung La Paz antreten.

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Nach ein bisschen Suchen fanden wir die Abzweigung in El Alto über Achocalla in Richtung Mallasa, einem Ortsteil von La Paz indem sich das Hotel Oberland befindet. Erleichtert rollten wir bereits am Nachmittag auf dem Campingplatz des Schweizer Hotels ein und genossen schon bald darauf eine ausgiebige Dusche hinter Glaswänden. Kurz darauf trafen auch Kerstin und Tobi am Campingplatz ein – perfektes timing. Die Wiedersehensfreude war groß und da wir die Beiden schon seit Pucon im chilenischen Seengebiet nicht mehr gesehen hatten, beschlossen wir gemeinsam im Hotel Oberland zu Abend zu essen, da es viel zu erzählen gab.
Am nächsten Tag ging es gemeinsam per Collectivo ins etwa 10 km entfernte Stadtzentrum. Neben Shopping und Sightseeing stand noch ein Einkauf auf dem Markt am Programm. Für Carlos erhielten wir zwei neue Deckchen im traditionellen bolivianischen Stil.
Da sowohl bei Freddo (dem Auto von Kerstin und Tobi) und Carlos die Tankuhren schon im unteren roten Bereich standen, wurde es Zeit um sich auf Dieselsuche zu begeben. Bereits auf dem Weg zur Tankstelle wurde Freddo von einem Polizisten angehalten, da Tobi angeblich falsch abgebogen war. Nach 10 Bolivianos und einigen Überredungskünsten, konnte die Fahrt auch ohne Anzeige fortgesetzt werden. Erst bei der zweiten Tankstelle und nach einer langen Wartezeit (der Inhaber wollte sich noch genauestens die gesetzlichen Grundlagen aneignen) schafften wir es Diesel für die beiden Autos zu bekommen. Es gibt seit einiger Zeit ein Gesetz in Bolivien, dass Ausländer einen anderen Preis für Treibstoff bezahlen müssen. Da die komplizierte Vorgehensweise in der Verrechnung jedoch den meisten Tankwarten nicht geheuer ist, gibt es oft für Ausländer überhaupt nichts. So bezahlten wir etwa den dreifachen Preis wie die Einheimischen (über 1 €/l !) und wollten danach noch unsere Essensvorräte bei einem städtischen Supermarkt auffüllen. Auf der Fahrt durch die Stadt verloren wir uns jedoch und auch Carlos wurde von einem Polizisten angehalten. Wir schafften es ohne Schmiergeld und Strafe davonzukommen und irgendwie fanden wir dann auch den Supermarkt, der uns mit einem tollen, wenn auch verhältnismäßig teurem Essensangebot überraschte.
Wir staunten nicht schlecht als auf einmal auch noch Mariska und Harald auf dem Campingplatz eintrafen. Auch die beiden hatten wir bereits am Hafen in Buenos Aires kennen gelernt. In altbekannter Runde verbrachten wir einen gemeinsamen gemütlichen Abend.
Am nächsten Tag hieß es Abschied nehmen. Kerstin und Tobi machten sich auf den Weg Richtung Salta in Argentinien, wo vorerst die Reise der Beiden enden sollte. Mariska und Harald mussten auch schleunigst die Grenze passieren, um die Dauer der Aufenthaltsgenehmigung nicht zu überschreiten.

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Ein Polizeibesuch auf 5.100 m

Nachdem wir nun schon mehrere Nächte auf über 4.000 m verbracht hatten, wollten wir diese gute Ausgangslage nützen, um noch einen Berg zu besteigen. Als nächstgelegenen Berg entschieden wir uns den 6000er Vulkan Guallatiri anzusteuern. Auf dem Anreiseweg nächtigten wir noch bei einer alten Aymara-Frau, die uns Carlos in einen runden Steinkorall parken ließ. Als wir uns um 8.00 Uhr schön langsam aus den feinen, kuscheligen Schlafsäcken wagten, zerlegte die Frau mit einem bolivianischen Gehilfen gerade ein frisch geschlachtetes Alpaka vor ihrem Haus. Nachdem der erste Schrecken überwunden war, gingen wir trotzdem zu der Einheimischen, die hier alleine von ihren Alpakas lebte. Das Fleisch des Tieres sollte im nächsten größeren Ort verkauft werden. Aus der feinen Naturwolle ihrer Tiere strickte die Frau Socken, von denen wir sogleich zwei Paar erwarben. Nach dieser schönen Begegnung wagten wir uns weiter auf der 4×4 Strecke Richtung Base-Camp des Berges. Auf 4.900 m stoppten wir und gingen zu Fuß weiter um die äußerst sandige Straße auf Carlos-Passierbarkeit zu erkunden. Wir staunten nicht schlecht, als Martin plötzlich am Ende der Straße zwei Zelte erblickte. Schnellentschlossen steuerten wir darauf zu und trafen bald ein Österreichisch-Deutsch-Schweizerisches Team, das mit zwei Guides hier war. Wir freuten uns Leute zu treffen und seit langen wieder einmal mit einem anderen Ösi zu quatschen. Der Bergführer der Gruppe erklärte uns noch wo die Route verlief und redete uns zu mit Carlos die Auffahrt zu versuchen. Mit der Sicherheit, dass sich noch ein anderes Auto in unserer Nähe befand eilten wir zu Carlos und kurz darauf kämpfte sich unser (altes) Auto tapfer über die sandige Piste auf 5.100 m. Bei einem weiteren Gespräch mit der Gruppe fragte uns der Bergführer ob wir ein Permit, das für den Aufstieg nötig war, hätten. Natürlich hatten wir dieses nicht – wir wussten nicht einmal, dass so etwas von Nöten war. Wir ließen uns davon jedoch nicht abschrecken und wollten trotzdem den Gipfel versuchen. Schließlich wäre so ein Dokument erst in der nächsten größeren Stadt, zahlreiche Fahrstunden und Höhenmeter entfernt, zu organisieren gewesen. Die Gruppe gab uns noch von ihrem übrigen Trinkwasser ab, bevor sie die Talfahrt starteten.
Wir kochten gerade mühselig Nudeln, was auf dieser Höhe nicht mehr ganz so einfach und so schnell wie zu Hause geht, als auf einmal kurz vor Einbruch der Dunkelheit ein Polizeiauto bei uns auftauchte. Streng befragte uns einer der Polizisten ob wir die nötige Befugnis besäßen und erklärte uns, dass wir nicht weiter aufsteigen dürften. Um dem ganzen Nachdruck zu verleihen, drohte er uns sogar mit einer Klage beim Außenministerium. Während wir versprachen nur die Nacht hier zu verbringen und am nächsten Morgen weiterzufahren, schießen die anderen beiden Polizisten etliche Fotos in der schönen Abendstimmung. Für uns war es unverständlich, dass uns der Bergführer bei der Polizei verpetzt hatte und, dass diese noch dazu die lange und schlechte Anfahrt von etwa 1,5 – 2 h von der Polizeistation auf sich genommen hatten. Umso mehr wunderten wir uns noch als die Polizisten mit Blaulicht davon fuhren. Die Rückfahrt in der Dunkelheit hätten wir nicht gewagt. So ärgerten wir uns so richtig auf dieser Höhe zu sein und fürchteten uns schon vor der Rückfahrt über die schlechte Piste. Nur 900 Hm hätten uns von dem Berg getrennt – es sollte wohl nicht sein.
Nach einer eher schlaflosen Nacht in dieser hohen Höhe (wir wussten nicht ob der Ärger über die Polizei und den Guide oder die Angst vor der Rückfahrt oder doch die Höhe schuld daran war) traten wir die Rückreise an und steuerten den touristisch, erschlossenen Ort Putre an. Nach kurzer Recherche im Internet beschlossen wir noch am selben Tag die Weiterreise nach Bolivien anzutreten. Die Polizei hatte uns so richtig die Lust an Chile verdorben und da wir hofften Tobi und Kerstin in La Paz noch einmal zu treffen, fiel uns die Entscheidung nicht schwer. In der Abenddämmerung rollten wir über die Grenze nach Bolivien.

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Die einsame Überquerung des chilenischen Altiplanos

Über eine gute Asphaltstraße ging es zunächst kontinuierlich steigend in die Höhe. Bereits zum Mittagessen befanden wir uns auf über 4.000 m, was uns ganz schön außer Atem brachte. Kurz vor der Grenze zu Bolivien zweigten wir in eine einsame Schotterstraße ab, die zu den Geysiren Puchuldiza führte. Im Gegensatz zu den “El Tatio” – Geysiren konnten wir hier eine etwa 5-7 Meter hohe, kontinuierliche Wasserfontäne aus dem Boden schießen sehen. Im entstehenden Sprühregen bildete sich ein wunderschöner Regenbogen. Auch an zahlreichen anderen Stellen blubberte, rauchte oder schoss Wasser in die Höhe. Aufgrund des eisigen Windes, der auf dem Geysirfeld herrschte, entschieden wir uns noch ein Stück weiterzufahren und einen ruhigeren und vor allem wärmeren Stellplatz zu finden.

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In dem kleinen Dörfchen Mauque wurden wir fündig und parkten uns direkt vor die Kirche. Noch vor der nahenden Nacht füllte Martin Diesel aus dem neuen Kanister (mit Ausgießer und Entlüftungsschraube) verlustfrei (!!!) nach und mengte etwas Anti-Gefrier-Dieselzusatz bei. In Südamerika wird angeblich kein wintertauglicher Diesel verkauft und so muss man selber dem Gefrieren vorsorgen.
Am nächsten Morgen kämpfte sich Carlos weiter über die teilweise sehr sandigen Pisten und einige heikle Furten. Ein 4×4 Antrieb wurde für diese Strecke mehrfach in der Reiseliteratur empfohlen. Doch neben den fahrtechnischen Herausforderungen stellte sich die Orientierung auf dem einsamen Altiplano als schwierig heraus. Nur etwa ein Auto pro Tag begegnete uns auf unserer einsamen Route. Nach unserer bisher kältesten Nacht (im Auto -4°C bei Morgensonne) wollten wir rasch ein paar Kilometer hinter uns bringen, um das Auto aufzuwärmen und gemütlich Frühstücken zu können. Wir staunten nicht schlecht, als plötzlich nach einer Furt die Bremsen nicht mehr funktionierten – sie waren sofort beim Kontakt mit dem (Eis)-Wasser eingefroren. Gottseidank befanden wir uns auf einem relativ ebenen Abschnitt.
Als nächstes Ziel lag der Salar de Surire auf unserer Strecke. Neben einem heißen Natur-Thermenbecken bot sich der große Salzsee als idealer Beobachtungsort für Flamingos an. Drei verschiedene Arten, dieser edlen Tiere leben hier.

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Iquique

Gleich bei der Ankunft in Iquique entdeckten wir die große Mercedes-Werkstatt der Firma Kaufmann, die auch den Hauptgrund für unseren städtischen Besuch darstellte. Leider waren die gewünschten Ersatzteile noch nicht (wie gehofft) bestellt worden, jedoch sollten sie bereits am nächsten Tag verfügbar sein. So machten wir uns erstmal auf eine kurze Erkundungstour durch die angeblich schönste Stadt Chiles. Riesige Wolkenkratzer neben vielen kleinen bunten Häuschen und die Sanddüne im Hintergrund gaben der Stadt ein ganz eigenes Flair. Am Strand wuchsen Palmen und ein paar vereinzelte Surfer wagten sich in die Wellen vor der Stadt. Am Nachmittag ging es weiter in die Freihandelszone, wo wir uns mit kleinen Gaskartuschen und zwei neuen, metallenen Dieselkanistern eindeckten. Da wir nicht recht wussten, wo wir den Abend in der Stadt verbringen sollten, parkten wir uns kurzerhand neben ein fünf Sterne Hotel und fühlten uns beobachtet von einer Überwachungskamera und dem nahen Hotelpersonal sicher.
Mitten in der Nacht wurden wir von einem seltsamen Geräusch, das wie ein Hantieren von außen an unserem Carlos klang, munter. Das schlimmste befürchtend wagten wir einen Blick ins Fahrerhaus, das durch einen Vorhang blickdicht abgetrennt ist. Ein Kätzchen kletterte auf Carlos herum und erzeugte dabei seltsame Geräusche.
Nach dieser eher unruhigen Nacht deckten wir uns noch ordentlich mit Essensvorräten für die kommende Zeit im Altiplano ein und konnten problemlos die gewünschten Ersatzteile für Carlos, einen neuen Luftfilter und einen Reserve- Keilriemen, abholen. Wie auch bei unseren bisherigen Stadtbesuchen waren wir froh unsere Erledigungen abgeschlossen zu haben und schon kurz darauf kletterte Carlos die Straße hinter der Stadt hinauf. Die Nacht verbrachten wir direkt bei dem “Gigante de Atacama”, dem größten chilenischen Geoglyphen und genossen frischen Fisch zum Abendessen.

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Calama

Unser Weiterweg führte uns durch die in der Wüste gelegene Minenstadt Calama. Wir ließen das Frühstück an diesem Tag aus um rechtzeitig beim PR-Büro der Betreibergesellschaft einzutreffen, um noch zwei Plätze für eine Besichtigungstour zu erhalten. Doch die Stadt schien wie ausgestorben. Mehrfach erhielten wir die Auskunft, dass es an diesem Tag keine Touren geben würde, doch warum dies so sei konnten wir nicht verstehen. Wir wollten dies jedoch nicht wahr haben und suchten die städtische Touristeninformation auf. Doch als auch diese (nach einer Stunde Wartezeit) nicht öffnete nahmen wir endlich die Tatsache in Kauf, dass es sich wohl um irgendeinen besonderen Tag handeln müsste. Schließlich wurden wir im Reiseführer bei der Auflistung der chilenischen Feiertage fündig – an diesem Tag hatten wohl vor vielen Jahren die Chilenen eine wichtige Seeschlacht vor Iquique gewonnen – nun war die Rätselslösung gefunden. Da wir jedoch keine Sicherheit hatten, am nächsten Tag die Minen besichtigen zu können, machten wir uns auf den Weiterweg Richtung Küste. Die Straße führte uns durch menschenleere Wüstenlandschaften und nach einem kurzen, kurvigen Abschnitt durch die ebenfalls staubige Küstenkordillere erblickten wir plötzlich den Pazifik, als wir die kleine Stadt Tocopilla erreichten. Tocopilla zeigte sich für uns als heruntergekommene hässliche Hafenstadt, die noch zusätzlich über ein großes Kraftwerk verfügte. Nicht einmal ein Kaffeehaus oder ein einladendes Restaurant ließ sich finden und so verließen wir schnellstmöglich wieder die Stadt und entschieden uns auf der Küstenstraße weiter Richtung Iquique zu fahren.
Wir fanden einen versteckten Stellplatz direkt am Meer.
Die Wellen rollten meterhoch auf die Felsenküste zu. Bei einem Erkundungsspaziergang beobachtete Martin zahlreiche Krabben, von denen er am liebsten eine gefangen hätte. Unzählige Seeigel, Seesterne, Vögel und sogar Robben zeugten vom Artenreichtum der Tierwelt des Pazifiks.

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Geysire in Chile

Nachdem wir nachmittags in San Pedro Carlos noch mit Diesel und Wasser vollgetankt hatten und die frisch gewaschene Wäsche abgeholt hatten, machten wir uns auf den Weg Richtung “El Tatio” – Geysire und nächtigen auf nicht ganz halber höhe (ca. 3.000 m). Über viel Wellblech ging es am nächsten Tag weitere 1.500 Hm nach oben. Auf dem Weg Richtung “El Tatio” machten wir noch einen sehr lohnenswerten Abstecher zum Geysir Blanco. Carlos musste dafür zwei Schranken umfahren und sich auf einer äußerst schlechten Piste bis auf 4.500 m hoch kämpfen. Wir freuten uns umso mehr Vicunas, Viszachas und den brodelnden Geysir in völliger Einsamkeit beobachten zu können.

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Vor Einbruch der Dunkelheit fuhren wir noch zum “El Tatio” und besorgten uns auch noch die (Studenten)- Tickets für den nächsten Tag. Bei einer abendlichen Erkundungsfahrt durch das Geysirfeld genoss Martin noch ein warmes Bad in einer Geysirquelle. Am nächsten Morgen läutete der Wecker bereits kurz vor 6.00 Uhr, das Thermometer zeigte im Auto – 3°C und im Freien – 12°C. Nach dem Eiskratzen der Windschutzscheibe waren wir fast verwundert, dass Carlos wenn auch stotternd ansprang. Immerhin waren wir die ersten auf dem eindrucksvollen Geysirfeld. Überall dampfte und brodelte es in der Morgendämmerung. Es dauerte nicht lange bis unzählige Touristenbusse eintrafen, um auch das Naturspektakel zu beobachten. Der Aufseher erzählte uns, dass täglich etwa 200-300 Menschen das weltweit drittgrößte Geysirfeld besuchten und am Wochenende sollen es sogar 600-700 Menschen sein.
Doch nach einem ausgiebigen Frühstück mit frischen Pancakes waren auch schon wieder alle Touristen verschwunden und wir machten uns auf den Weg zu einem “Akklimatisationsgang” auf einen nahegelegenen Gipfel mit einer wunderschönen Aussicht. Bevor wir wieder weiterfuhren genossen wir noch ein einsames warmes Bad und beobachteten Vicunas.

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