Nach ein paar Ruhetagen beschlossen wir den Nationalpark Madidi, in dem wir bereits vor vier Jahren bei unserer ersten Südamerikareise waren, in Angriff zu nehmen. Die ursprüngliche Idee eines Urwaldtreks mussten wir aufgrund der weiterhin schmerzenden Rippe fallen lassen. So organisierten wir wieder mit dem Touranbieter San Miguel de Bala der “community basierten Ökoturismus” anbietet eine zweitägige Tour in den Urwald. Der Tourismus bietet der indigenen Dorfgemeinschaft eine Möglichkeit einer fairen und nachhaltigen Arbeit. Die Touren sind zwar etwas teurer als das Angebot einiger anderer kommerziellen Anbieter doch unterstützen wir gerne diese Art des Tourismus. Auch aus ökologischer Sicht wissen wir, dass dieser Touranbieter im Gegensatz zu vielen anderen sehr respektvoll gegenüber der Natur handelt.
Bereits um 5.00 Uhr in der Früh trafen wir uns am kommenden Morgen im Büro von San Miguel de Bala. In San Buenavista (dem Ort der sich auf der anderen Seite des Rio Beni gegenüber von Rurrenabaque befindet) hatte der Bürgermeister sich Geld illegalerweise unterschlagen. Da dies die Dorfgemeinschaft nicht als richtig empfand wurde er für etwa 24 h angeprangert (so wie in Europa im Mittelalter). Daraufhin flüchtete der Bürgermeister nach La Paz und die Dorfgemeinschaft bestimmte einen Nachfolger. Der ehemalige Bürgermeister wollte sich das jedoch nicht gefallen lassen und konterte. Da der neue Bürgermeister nicht gewählt wurde, war dies ungesetzlich. Und nachdem er nach zweimaliger Aufforderung nicht zur Gerichtseinladung nach La Paz erschien, sollte die Inhaftierung des neuen Bürgermeisters erfolgen. Doch da die Dorfgemeinschaft hinter dem neuen Bürgermeister stand und dies nicht zu lassen wollte wurde kurzerhand der Fluss blockiert und sämtlicher Fährverkehr eingestellt. Aus diesem Grund mussten wir noch in der Dunkelheit die Stelle passieren, wo tagsüber blockiert wurde um in den Nationalpark Madidi zu gelangen.
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Nach einem kurzen Frühstücksstopp bei der uns bereits bekannten Lodge nahe der Dorfgemeinschaft San Miguel ging es noch etwa zwei Stunden flussaufwärts bis wir über den Rio Tuichi die neue Lodge im Nationalpark Madidi erreichten. In der Zwischenzeit hatte sich auch gottseidank der strömende Regen gelegt und kurz darauf konnten wir schon unsere erste Erkundungstour in den Regenwald starten. Gespannt lauschten wir Sandros Ausführungen über den Wald und seine Bewohner. Der indigene Führer lernte von seinem Vater und Großvater die Geheimnisse des Jungels kennen: die medizinische Bedeutung von Pflanzen, die Imitation von diversen Urwaldbewohnern und vieles mehr. In den kommenden beiden Tagen konnten wir neben vielen Bäumen auch einige Tiere wie die kleinen Cappuccinoaffen,Wildschweine, Capybaras (Wasserschweine), Papageien, einen Alligator und einen Kaiman und so manches mehr sehen. Besonders faszinierten uns auch die riesengroßen bunt schimmernden Schmetterlinge, die uns bei der Jagd nach Fotos ganz schön auf die Geduldsprobe stellten. Leider verflogen die beiden Tage wie im Flug. Doch da auch das Wetter schon wieder umgeschlagen hatte und heftige Regenschauer vom Himmel prasselten war der Abschiedsschmerz nicht ganz so groß.
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Wunderschöne Erlebnisberichte mit tollen Fotos. Schön, dass wir mit Euch weiter durch den Regenwald reisen können. Zwei Fragen brennen uns unter den Nägeln: Was ist mit dem neuen Bürgermeister passiert? Und wie geht es Martins Rippe? Liebe Grüße und weiterhin ganz viel Spaß auf Eurer Reise senden Tobi & Kerstin
Die Streiks wurden fortgesetzt und dann wird eine bolivianische Lösung gefunden…wir wissen es leider nicht genau. Der Rippe geht es schon besser. LG Anna&Martin