Da der Wetterbericht noch einige schöne Tage voraussagte, machten wir uns noch einmal auf den Weg in das herbstliche Chile. Die Strecke führte uns zurück über den Tromenpass.
Nachdem wir unsere Obst- und Gemüsevorräte noch kurz vor der Grenze verkocht hatten, schafften wir dieses mal den Grenzübertritt nach Chile sogar ohne Einbußen (lediglich die obligatorische halbe Zitrone ließen wir uns entwenden) und standen kurz darauf wieder auf chilenischem Boden. Um noch einmal den Ausblick auf den Vulkan Lanín genießen zu können, verbrachten wir die Nacht auf dem Pass bei einer Lagune unter riesengroßen Araukarien, die in der sternenklaren Nacht im Wind rauschten.
Am nächsten Morgen ging es nach Curarrehue, dem uns bereits bekannten Mapucheort, wo wir uns auch wieder mit den wichtigsten frischen Lebensmitteln (Salat, Obst, Gemüse und Brot) eindeckten. Auf Anraten von Paul und Silvia, die wir in Argentinien getroffen hatten, sollte uns eine schmale Schotter- bzw. Erdpiste zum Nationalpark Conguillio führen. Sehr einfache Mapuchesiedlungen, rauschende glasklare Bäche und natürlich Araukarien zwischen herbstlich verfärbten Bäumen und unzähligen Hagebuttensträuchern machten die Fahrt zu einem tollen Naturerlebnis. Nach diesem schönen Fahrtag nächtigten wir im Flussdelta bei der Laguna Caburgua. Ein wunderschöner Schäferhund machte es sich für die Nacht zur Aufgabe uns zu bewachen. Als er am Morgen noch immer vor unserem Carlos wachte, fiel es uns fast schwer, den Vierbeiner zurückzulassen. Ohne zu zögern sprang er vor unserer Abfahrt mit den Vorderpfoten auf das offene Beifahrerfenster und versuchte uns mit einem treuherzigen Hundeblick zu überreden ihn doch mitzunehmen. Mit schlechtem Gewissen fuhren wir weiter, obwohl uns der Hund sogar noch durch eine Furt folgte.
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Im Nationalpark Conguillio in Chile wechselte sich die Landschaft und der aktive Vulkan Llaima mit seinen riesengroßen Lavaströmen prägte das Bild, das sich uns präsentierte. Laut Auskunft der Parkranger, sei derzeit eine Besteigung aufgrund der Vulkanaktivität zu gefährlich.
Auf dem Weg durch den Nationalpark zweigte eine kleine Piste Richtung Laguna Verde ab, der wir folgten. Der halbausgetrocknete See in dem sich ein versunkener, toter Wald befand und seine ausgetrockneten seichteren Uferbereiche bildeten eine wilde jedoch auch unglaublich schöne Stimmung mit Blick auf Araukarienwälder und die Gletscher der Sierra Nevada im Hintergrund. Da Martin leicht kränkelte beschlossen wir einen Ruhetag einzulegen und verbrachten die Nacht auf schwarzer Vulkanasche.
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In den nächsten Tagen wanderten wir zur Araukaria Madre (Araukarie Mutter) die 1800 Jahre alt sein soll und 2,1 m dick ist und ein Stück Richtung Sierra Nevada im flechtenverhangenen Araukarienmischwald. Da sich die Temperaturen in der Nacht bereits Richtung 0°C bewegten und wir auch zu den letzten Besuchern des Parks zählten, machten wir uns wieder auf den Weiterweg Richtung Norden und hofften auf wärmere Temperaturen um Martins Erkältung auszukurieren. Bevor es jedoch wieder nach Argentinien gehen sollte, wollten wir noch einen Abstecher zum Naturreservat Nalcas mit dem Vulkan Lonquimay machen. Durch ein Meer von schwarzem Vulkanmaterial strebte eine ebenso schwarze und schmale Piste auf einen kleinen Pass von dem man gute Ausblicke sowohl auf den Cráter Navidad (Krater Weihnachten – Zu Weihnachten 1988 spuckte der Lonquimay das letzte Mal aus diesem Krater) und seinen großen Bruder (den Vulkan Lonquimay) hatte, jedoch auch wunderschön die langen tiefschwarzen Lavaströme verfolgen konnte. Abends beobachteten wir noch Rauchwölkchen aus dem Cráter Navidad in die sternenklaren Nacht steigen. Der Plan am nächsten Morgen im Finsteren auf einen kleinen Hügel neben unserem Schlafplatz zu gehen und den Sonnenaufgang zu bestaunen, wurde leider von einem Wolkenmeer, das dem vorausgesagten Schlechtwettereinbruch vorauseilte, durchbrochen. Nichtsdestotrotz freuten wir uns am Abend zuvor noch so ein Glück mit dem Wetter gehabt zu haben und fuhren ohne Sonnenaufgang und ohne Wanderung weiter Richtung Argentinien. Die Grenze passierten wir bereits in dichten Nebelschwaden, so dass wir uns kein Bild von der uns umgebenden Landschaft machen konnten. Kurz darauf setzte auch schon Nieselregen ein und so viel uns der Abschied aus dieser wunderschönen Region mit den tollsten Herbstwäldern, die wir je gesehen hatten und den schwarzen Vulkanriesen leichter.
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