Beim Grenzübertritt nach Bolivien lernten wir zwei junge Chilenen kennen, die mit einem in Brasilien gefertigten T2 – Camper für drei Monate herumreisen. Die Grenzformalitäten liefen anders ab wie bisher in Argentinien und Chile. Wir konnten jedoch ohne größere Probleme einreisen und bekamen sogleich eine Aufenthaltsgenehmigung für 90 Tage für Carlos und uns. Die Chilenen hatten nicht ganz so viel Glück und mussten ein bisschen Schmiergeld bezahlen um einreisen zu dürfen. Auch Martin wurde angebettelt, da er jedoch noch fast kein bolivisches Geld besaß, ließen die Polizisten bald von ihm ab.
Da es bereits finster war, als wir offiziell die Grenze überrollten, entschlossen wir die Nacht Auto an Auto bei der Grenze zu verbringen. Wir vereinbarten für den nächsten Tag zeitig aufzubrechen, da wir beide eine weite Strecke vor uns hatten.
Wir waren richtig überrascht wie zügig wir auf der gut ausgebauten, asphaltierten Straße vorankamen. Der viele Transit auf der wichtigsten Verkehrsverbindung von Bolivien nach Chile hatte aber bereits seine Spuren hinterlassen, die sich in teils tiefen Spurrinnen und zahlreichen Schlaglöchern zeigten. Bereits am Vormittag erreichten wir Curahuara, wo sich unsere Wege trennen sollten. Die beiden Chilenen wollten weiter nach Oruro und wir peilten das Hotel Oberland in La Paz an. Zuvor jedoch wollten wir noch unser Glück mit Diesel und Gas versuchen. Bei der Suche nach Diesel blieben wir in dem kleinen Ort erfolglos. Im Gegensatz dazu hatten wir mit dem Gas Glück und es dauerte nicht lange bis uns an einer großen Gasabfüllstation unsere beiden Flaschen aufgefüllt wurden. Obwohl eine lange Menschenschlange auf die Füllung ihrer Gasflaschen wartete, wurden unsere europäischen Flaschen sofort gefüllt und wir konnten kurz darauf die Weiterreise Richtung La Paz antreten.
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Nach ein bisschen Suchen fanden wir die Abzweigung in El Alto über Achocalla in Richtung Mallasa, einem Ortsteil von La Paz indem sich das Hotel Oberland befindet. Erleichtert rollten wir bereits am Nachmittag auf dem Campingplatz des Schweizer Hotels ein und genossen schon bald darauf eine ausgiebige Dusche hinter Glaswänden. Kurz darauf trafen auch Kerstin und Tobi am Campingplatz ein – perfektes timing. Die Wiedersehensfreude war groß und da wir die Beiden schon seit Pucon im chilenischen Seengebiet nicht mehr gesehen hatten, beschlossen wir gemeinsam im Hotel Oberland zu Abend zu essen, da es viel zu erzählen gab.
Am nächsten Tag ging es gemeinsam per Collectivo ins etwa 10 km entfernte Stadtzentrum. Neben Shopping und Sightseeing stand noch ein Einkauf auf dem Markt am Programm. Für Carlos erhielten wir zwei neue Deckchen im traditionellen bolivianischen Stil.
Da sowohl bei Freddo (dem Auto von Kerstin und Tobi) und Carlos die Tankuhren schon im unteren roten Bereich standen, wurde es Zeit um sich auf Dieselsuche zu begeben. Bereits auf dem Weg zur Tankstelle wurde Freddo von einem Polizisten angehalten, da Tobi angeblich falsch abgebogen war. Nach 10 Bolivianos und einigen Überredungskünsten, konnte die Fahrt auch ohne Anzeige fortgesetzt werden. Erst bei der zweiten Tankstelle und nach einer langen Wartezeit (der Inhaber wollte sich noch genauestens die gesetzlichen Grundlagen aneignen) schafften wir es Diesel für die beiden Autos zu bekommen. Es gibt seit einiger Zeit ein Gesetz in Bolivien, dass Ausländer einen anderen Preis für Treibstoff bezahlen müssen. Da die komplizierte Vorgehensweise in der Verrechnung jedoch den meisten Tankwarten nicht geheuer ist, gibt es oft für Ausländer überhaupt nichts. So bezahlten wir etwa den dreifachen Preis wie die Einheimischen (über 1 €/l !) und wollten danach noch unsere Essensvorräte bei einem städtischen Supermarkt auffüllen. Auf der Fahrt durch die Stadt verloren wir uns jedoch und auch Carlos wurde von einem Polizisten angehalten. Wir schafften es ohne Schmiergeld und Strafe davonzukommen und irgendwie fanden wir dann auch den Supermarkt, der uns mit einem tollen, wenn auch verhältnismäßig teurem Essensangebot überraschte.
Wir staunten nicht schlecht als auf einmal auch noch Mariska und Harald auf dem Campingplatz eintrafen. Auch die beiden hatten wir bereits am Hafen in Buenos Aires kennen gelernt. In altbekannter Runde verbrachten wir einen gemeinsamen gemütlichen Abend.
Am nächsten Tag hieß es Abschied nehmen. Kerstin und Tobi machten sich auf den Weg Richtung Salta in Argentinien, wo vorerst die Reise der Beiden enden sollte. Mariska und Harald mussten auch schleunigst die Grenze passieren, um die Dauer der Aufenthaltsgenehmigung nicht zu überschreiten.
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