Irrfahrten auf dem Weg nach Norden

Kurz bevor wir die Kleinstadt Barreal in der Provinz San Juan passierten erwartete uns wieder eine Fruchtkontrolle bei der wir jedoch (nachdem wir angaben aus dem Nationalpark Leoncito zu kommen) durchgewunken wurden. In Argentinien und Chile ist es teilweise verboten in spezielle Zonen Früchte, Gemüse und Fleisch zu importieren. Diese Maßnahmen, die es vor allem auch in weiterer Verschärfung beim Grenzübertritt von Argentinien nach Chile gibt, sollen die Ausbreitung von Keimen und Krankheiten verhindern. Die Sinnhaftigkeit solcher Regelungen ist uns jedoch bis heute rätselhaft, da an jeder Grenze bzw. Kontrolle auf andere Dinge geachtet wird und wahrscheinlich nicht nur unser “Schmugglergeist” immer erfinderischer wird. Generell haben wir die Erfahrung gemacht, dass wir als Ausländer bei argentinischen Polizeikontrollen meist bevorzugt behandelt wurden und häufig auch einfach durchgewunken wurden.

Unsere Mittagspause verbrachten wir bei “El Alcazar”, einem geschichtlich behafteten Ort mit eindrucksvollen Formationen aus Sandstein. Da uns das Klettern bei Mendoza so viel Spaß gemacht hatte, strebten wir ein weiteres Klettergebiet an und entschieden uns dafür die Stadt San Juan und die Sehenswürdigkeiten in deren Umgebung auszulassen. Unser Weiterweg führte uns dafür über die Routa 149 entlang der Präkordillere nach Norden. Die Präkordillere befindet sich östlich der Andenkordillere und präsentierte sich uns als äußerst unwirtliche Gegend mit kahlen Bergen, die alle zu zerbröckeln schienen. Abends erreichten wir die Dörfer Iglesia und Las Flores. Die staubigen Straßen die zu ärmlichen Häuschen aus getrockneten Lehmziegeln führten, luden nicht zum Verweilen ein und wir machten uns auf die Suche nach dem Klettergebiet. Nach einigen Versuchen, die sich als Irrfahrten herausgestellt hatten, stachen wir in eine kleine Schotterpiste, der wir für etliche Kilometer folgten. Da wir uns jedoch in einer großen Ebene befanden und die Berge, wo wir auch die Felsen vermuteten, sich noch in weiter Entfernung befanden, kapitulierten wir bei Einbruch der Dunkelheit. (Ein Versagen von Carlos würde sich hier bereits als äußerst unangenehm herausstellen.) So verbrachten wir die Nacht in der Einsamkeit. Nur in weiter Ferne leuchteten die Lichter der Goldminen, von denen die meisten Menschen hier lebten.
Nachdem unser Traum vom Klettern geplatzt war steuerten wir in der Früh voller Motivation unser nächstes Ziel an. Der “Dique Cuesta del Viento”, ein nahegelegener Stausee, gilt als eines der besten Windsurfgebiete Argentiniens. Nachdem hier jedoch bereits die Sommer- und Surfsaison vorbei war, stellte es sich als schwierig heraus, Surfmaterial aufzutreiben. Schlussendlich fand Martin jedoch einen Surfer der noch Material verleihte und vereinbarte mit ihm, bei seinem Strand auf den normalerweise am Nachmittag einsetzenden Wind zu warten. Doch die Stunden verstrichen und es wehte lediglich eine leichte, erfrischende Briese mit etwa 3 Bauefort. Nachdem um 17.00 Uhr noch immer nicht der erwartete (Stark)Wind eingesetzt hatte, setzten wir unverrichteter Dinge unsere Weiterreise wieder fort. Das morgendliche Wolkenmeer hatte wohl die thermischen Gegebenheiten für diesen Tag durcheinandergebracht.
Am nächsten Tag trafen wir wieder auf die berühmte Routa 40. Eine strichgerade Strecke führte uns Richtung Norden. Da sich in der trockenen Präkordillere bei Regen starke, unkontrollierbare Bäche bilden, wurde die Straße immer wieder von “Badenes”, längeren Straßenmulden unterbrochen. Teilweise waren diese Badenes betoniert, um die Straße nach Überflutungen einfacher wieder bereinigen zu können, an anderen Stellen jedoch suchte sich das Wasser einfach seinen Weg über die Straße, so dass auch so manche flache Furt- und Schotterdurchfahrt notwendig war.

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