Kurz vor Cafayate entschieden wir uns für den Besuch eines Weingutes. Interessant war für uns, dass sich in dem bislang relativ trockenen und kargen Tal auf einmal wieder Weingärten zeigten. Spontan steuerten wir die erstbeste Bodega an, die uns mit einem schönen Parkplatz anlockte. Wir hatten Glück und schon kurz darauf konnten wir bei einer Führung für uns viel Neues über die Rot- und Weißweinproduktion lernen. Das Besondere in dieser Gegend sind die Weine aus der Torrontés – Traube, die sich durch ihren fruchtigen und zugleich trockenen Geschmack auszeichnen und weltweit exportiert werden. Bei der anschließenden Weinverkostung konnten wir uns auch von der guten Qualität selbst überzeugen.
Nachdem wir Cafayate, einen kleinen Ort der die erste touristische Infrastruktur mit zahlreichen Hostels seit längerem bot, schnell passiert hatten, ging es weiter in die Quebrada del rio las Conchas, eine Schlucht mit zahlreichen farbintensiven Felsformationen. Gerade noch in der letzten Abendsonne erreichten wir die rötlich schimmernde Schlucht und machten uns kurz hinter der kleinen Siedlung Santa Barbara auf die Schlafplatzsuche. Die Einfahrt in einen ziemlich sandigen Flusslauf endete beinahe fatal mit einem Standplatz im Sand. Kurzerhand wurde ein Brett bei einem Hinterreifen untergelegt und der Retourgang eingelegt. Mit im Sand durchdrehenden Reifen ging es ca. 500 Meter zurück auf die rettende Schotterpiste und die Schlafplatzsuche konnte fortgesetzt werden. Wenig später hatten wir einen Parkplatz, kochten und begaben uns bald darauf ins Träumeland… Plötzlich wurden wir um Mitternacht von heftigem Klopfen aus dem Schlaf gerissen. Nach ein paar Schrecksekunden und einem vorsichtigen Blick aus dem Fenster konnten wir ein Polizeiauto neben uns erkennen. Die Polizisten die weiterhin heftig an die Tür klopften, verlangten von uns die Fahrzeugpapiere und unsere Reisepässe. Nach einigen weiteren Fragen schienen die beiden zufrieden und eilten mit Blaulicht weiter in der Dunkelheit. Uns war äußerst unklar was das Polizeiauto im Finsteren auf der winzigen Seitenstraße, die auch durch eine Furt von der Hauptstraße getrennt war, gesucht hatten. Wahrscheinlich hatten sie sich einfach über unser Kennzeichen gewundert – ein schönen Schrecken haben sie uns trotzdem eingejagt. Beim Frühstück am nächsten Tag tauchte auch schon die nächste Obskurität auf: ein Einheimischer mit Federnschmuck auf dem Kopf (wie aus einem Indianerfilm) ging auf dem kleinen Weg neben Carlos vorbei. Sein Blick zeigte, dass er ebenso über uns erstaunt war wie wir über ihn, und so eilte er schnell vorüber. Verwundert über die seltsamen Vorkommnisse traten wir unsere Weiterreise an und besichtigten kurz darauf das “Amphitheater”, eine halbrunde Schlucht, die für uns auch das Highlight der Quebrada del rio las Conchas darstellte.
Nachdem uns ausgerechnet auf unserem Weiterweg nach San Carlos auf einmal eine Riesenfurt von geschätzten 100-200 m durch ein schlammiges Bachbett den Weg absperrte, mussten wir noch einmal zurück nach Cafayate um wieder auf die Routa 40 zu gelangen. Die darauf folgende Fahrt in den kleinen Ort Cachi führte uns durch ebenso einmalige Landschaften mit wilden, einsamen Schluchten und interessanten Sandsteinformationen. Kurz nach Cachi verließen wir die Routa 40, auf der wir mehrere 1.000 km Richtung Norden zurückgelegt hatten und die uns auf wechselnder Straßenqualität durch die unterschiedlichsten Landschaften geführt hatte. Die Routa 40 ist übrigens mit etwa 5.000 km die längste Straße der Welt.
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Weiter ging es durch die “Recta Tin Tin” in den Parque Nacional los Cardones, in dem auf einem Hochplateau unzählige riesengroße Kandelaberkakteen wuchsen. Nach einem kleinen, für Carlos sehr herausfordernden, Mittagsabstecher in das Valle Encantado schlängelte sich die Straße steil bergab durch die “Cuesta del Obispo” in die “Quebrada de escoipe”, in der wiederum zahlreiche Riesenkakteen auf steilen rotgefärbten Berghängen wuchsen. In dem kleinen Örtchen “El Carril” stärkten wir uns noch mit einer Portion leckerer Empanadas bevor wir noch die Stadt Salta passierten. Bereits im Finsteren schlängelte sich Carlos über die kurvige Routa 9. Müde von dem langen Fahrtag und den vielen schönen Eindrücken fanden wir einen ruhigen Schlafplatz bei einem kleinen “Dique” (Stausee). Am nächsten Morgen waren wir umso überraschter über die Landschaft die uns umgab. Subtropische Vegetation wucherte um uns und ein kleiner Kauz beobachtete uns von einer nahen Stromleitung. Die nächsten Kilometer schlängelte sich die enge, jedoch asphaltierte Straße durch üppige, dicht bewaldete Berghänge. Kaum zu glauben nach der langen Zeit die wir in karger, wüstenähnlicher Vegetation verbracht hatten. Nachdem wir in dem Örtchen “El Carmen” noch eine leere Gasflasche aufgetankt hatten, ging es noch durch die Stadt San Salvador de Jujuy, in der wir uns noch reichlich mit argentinischen Spezialitäten wie etwa 3 kg Matetee, Casan Cream und Dulce de Leche eindeckten, bevor es vorerst zum letzten Mal über die Grenze von Argentinien nach Chile gehen sollte.
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