Klettern, Sterne und der Aconcagua – von Mendoza nach Barreal

Um uns endlich ein Kletterseil zu kaufen, wagten wir mit Carlos die Fahrt ins Zentrum von Mendoza. Bereits im Süden Argentiniens wurde uns ein Bergsportgeschäft empfohlen, das wir nun ansteuerten. Die Navigation in der Großstadt stellte sich als überraschend einfach heraus, da auch diese Stadt nach dem kolonialstädtlichen Schachbrettmuster aufgebaut ist. Umso enttäuschter waren wir von der Auswahl an Seilen, die wir in dem Geschäft vorfanden – es gab zwei Arten von Seilen, die beide furchtbar überteuert waren und keiner wirklich unseren Vorstellungen entsprach. Doch auch in einem anderen, ansonsten gut ausgestatteten Sportgeschäft, gab es keine Seile und wir wurden wieder zurück verwiesen. Schlussendlich fanden wir ein 43 m langes Sportkletterseil, das wir auf einen halbwegs akzeptablen Preis herunter handeln konnten. Die Verkäufer erklärten uns, dass es große Engpässe in Argentinien gäbe, da der Import gesetztlich eingeschränkt wurde. Bei der Fahrt aus der Stadt suchten wir noch einen riesengroßen Supermarkt auf, in dem wir uns ordentlich mit Vorräten und einem neuen Topf eindeckten. Zu unserer großen Überraschung fanden wir zum ersten Mal in Südamerika Mascarpone, von der wir sogleich zwei Packungen kauften.

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Bestens aufgefüllt machten wir uns auf den Weg Richtung Uspallata. Bei einer kurzen Rastpause an einem Fluss ging Anna ein Stück spazieren und konnte fast nicht ihren Augen trauen, als sie zwei Kletterer in den Felsen entdeckte. Kurzerhand machten wir sogleich eine Programmänderung und legten einen Klettertag ein. Das kleine Klettergebiet stellte sich für uns als ideal heraus, da wir fast alle Routen problemlos klettern konnten und auch Carlos nicht weit von uns entfernt wussten. Mit müden Armen, aber glücklich über die willkommene Abwechslung ging ein schöner Tag zu Ende.
Als nächstes Ziel steuerten wir den Aconcagua an. Über die gut ausgebaute Routa 7, die Hauptverbindungslinie zwischen Chile und Argentinien, ging es zügig nach oben. Auf einer kleinen Wanderung wurden wir mit schönen Ausblicken auf den Aconcagua belohnt. Die Südwand des Berges präsentierte sich viel mächtiger als erwartet. Auf die beiden unschwierigen Normalwege hatten wir jedoch keine Einsicht. Beim Aconcagua war in der Zwischenzeit schon die Winterruhe eingekehrt. Ein Guardaparque berichtete uns von den Massen die sich in der Saison hier versuchen. Bei diesen Erzählungen verging auch noch die letzte Wehmut, dass wir den Gipfel nicht versuchen konnten. Etwa 7000 Menschen sind es jährlich die hierherkommen und viel Geld bezahlen, um den höchsten Berg Amerikas zu besteigen. Zur Hochsaison befinden sich im Basecamp drei Ärzte für die Versorgung der Bergsteiger. Das Gipfelpermit kostet in den besten Monaten etwa 750 USD und ist für 20 Tage gültig.
Noch am selben Abend erreichten wir den Nationalpark Leoncito, der uns von anderen Reisenden empfohlen wurde. Als Highlight des Parkes zählten zweifellos die kostenlos zugänglichen Warmwasserduschen. Mehrere astronomische Obervatorien befinden sich in diesem Nationalpark. Neben den Argentiniern, den Brasilianern und den Kanadiern sind hier auch die Spanier und Schweizer beteiligt. Bei zwei Führungen konnten wir einerseits über ein Spiegelteleskop lernen und auch die südlichen Sternbilder näher kennenlernen. Da gerade Superluna (= Supermond) herrschte, hatten wir nicht die beste Sicht auf die Sterne, jedoch der Vollmond befand sich der Erde so nahe wie nur alle paar Jahrzehnte. Im Park lernten wir die Schweizer Michèle und Kudi kennen, die in ihrem MAN – LKW schon ein Jahr in Südamerika unterwegs sind und sich hervorragend mit der Vogelwelt auskennen. Nachdem wir noch eine kleine Wanderung im Nationalpark in der trockenen Halbwüstenlandschaft machten (unter 100 mm Niederschlag jährlich) ging es für uns wieder weiter.

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