Abseits des Tourismus in Rurrenabaque – Medizin und Autoreperaturen

Der Regen prasselte heftig auf Carlos in den darauffolgenden Tagen. Der “Sur” eine Kaltfront die aus dem Süden kommt und neben starken Niederschlägen auch für tiefere Temperaturen sorgt, bestärkte uns noch ein paar Tage auf dem feinen Campingplatz bei Jorge zu verbringen. Da sich bei solcher Wetterlage die Erd- und Schotterpisten in riesige Schlammlöcher verwandeln, nahmen wir gerne den Vorschlag von Jorge an noch ein bisschen hier zu verweilen. Dank Jorges Unterstützung konnte Anna eine Woche bei einem örtlichen Mediziner verbringen und Martin sich ausgiebig mit Carlos beschäftigen. Und sobald wieder die Sonne auf das Amazonasbecken brannte, stand den Reparaturarbeiten auch nichts mehr im Wege. Carlos wurde auf eine Betonrampe für die kommenden Arbeiten geparkt und es konnte los gehen. Nach einer gründlichen Reinigung erfolgte zuerst eine gemeinsame Inspektion mit Jorge und Peter, einem ehemaligen Schweizer Mechaniker. Während der ruckligen Anfahrt hatte sich der Belüftungsschlauch (ohne Schlauchklemme) des Dieseltanks gelöst und Martin befürchtete, dass sich Wasser und Dreck im Tank befände. Schlussendlich fiel die Entscheidung den Dieseltank um eine Ablassschraube zu erweitern (Mercedes hatte wohl bei der Konstruktion nicht bedacht, dass es in Entwicklungsländern deutlich schlechtere Dieselqualität gibt!) und den Unterboden des Autos zu konservieren. Dazu musste erstmals der Dieseltank und die darunter gelegene Trittstufe ausgebaut werden. Der Tank wanderte zum örtlichen Schweißer, der die Ablassschraube einbauen sollte. Da dieser jedoch nicht Martins Vorschläge beachtete und die Schraube an einer anderen Stelle einbaute, musste auch die Trittstufe modifiziert werden. In der Zwischenzeit wurde der Unterboden mit in Benzin aufgelöstem Bitumen konserviert. So konnte man nach ein paar anstrengenden Tagen einen “stolzen Carlos” in glänzendem Weiß und Schwarz auf der Rampe bewundern.
Anna hatte in der Zwischenzeit einige spannende Tage bei Dr. Nelo Drew verbracht. Der Doktor genoss den Ruf der beste Mediziner in der Region zu sein und so war es keine Seltenheit, dass Patienten 3-4 stündige Anfahrtswege für eine Konsultation auf sich nahmen. Neben einem Patienten mit Dengue-Fieber gehörte ein Leprakranker zu den spannendsten Krankheitsfällen dieser Woche.
Nachdem wir uns nun schon drei Wochen in Rurrenabaque befanden (und uns schon fast ein bisschen heimisch fühlten) war für uns wieder die Zeit gekommen weiter zu fahren. Wir deckten uns noch mit einer ordentlichen Portion Brötchen und anderen kleinen Leckereien des französischen Bäckers ein und nahmen Abschied von dem kleinen sympathischen Urwaldörtchen.

Shashin Error:

No photos found for specified shortcode

One thought on “Abseits des Tourismus in Rurrenabaque – Medizin und Autoreperaturen

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>