Carlos rumpelte über die schlechte Schotterpiste bis nach Santa Rosa. Auf allen Tankstellen (Rurre, Rayes und Santa Rosa) war der Diesel ausverkauft. Schließlich konnten wir in Santa Rosa Diesel am Schwarzmarkt erstehen. Gekonnt saugte die Vekäuferin den Diesel aus dem Fass mit einem dicken Schlauch an – die Kanister füllten sich rasch. Aufgetankt ging es auf der besser werdenden Piste weiter durch die Pampa. Von der Straße aus konnten wir Alligatoren, zahlreiche Vögel und die Rinderherden einiger Großgrundbesitzer beobachten. Doch auch Carlos wollte neben den ganzen Naturschönheiten ein bisschen Aufmerksamkeit für sich haben und neben seinem ersten Plattreifen verlor er auch prompt noch den Auspuff. Provisorisch wurde der Auspuff mit einem Stück Draht befestigt, sodass dieser nicht vollkommen abbrechen konnte. (Die Krokodile links und rechts der Straße beobachteten neugierig die Reparatur) In dem kleinen Örtchen Yata machten wir einen Mechaniker ausfindig der sich am nächsten Tag um den Auspuff annehmen wollte. Da am Abend in allen Häuschen Strom für Licht beansprucht wurde, funktionierte zu dieser Tageszeit das Schweißgerät nicht (da das örtliche Dieselaggregat wohl nicht das neuerste und stärkste war). Der Doktor des Ortes bot uns an seine Dusche zu verwenden was wir natürlich gerne in Anspruch nahmen, da in diesen einfachen Gegend eine Dusche schon zur absoluten Luxusausstattung gehörte und die Häuschen auch noch über keine Wasseranschlüsse verfügten. Zum Frühstück bekamen wir von anderen ein Tellerchen mit Schweinefleisch serviert. Wir freuten uns über die überaus gastfreundliche Geste und versuchten dankbar zu wirken. Die Schwarten und Borsten die sich zahlreich auf dem Tellerchen befanden, machten uns jedoch zu dieser Tageszeit noch besonders zu schaffen und nach ein paar Bissen gaben wir dankend das Teller mit der Erklärung keinen Hunger zu haben zurück. Gegen Mittag ging es mit einem geschweißten Auspuff (5€) und dem Ersatzreifen weiter über die immer besser werdende Erdpiste. Die Schlaglöcher wurden immer weniger und wir kamen deutlich schneller voran. Beim Triangulo, der Straßengabel wo sich die Straße nach Cobija von der Strecke nach Riberalta teilt, gab es auch endlich eine Tankstelle mit Diesel. Auch unser Reifen konnte geflickt werden und so ging es beruhigt weiter durch den Urwald. Nach einer knappen Stunde erreichten wir den Rio Beni der die Strecke unterbrach und nur mit einem Boot überwunden werden konnte. So nächtigten wir direkt auf der Straße vor der Absperrung neben etlichen wartenden LKWs.
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In der Früh wurden wir vom heftigen Klopfen eines Polizisten geweckt – wir sollten uns fertig machen für die Überfahrt mit der Fähre, die bald starten sollte. Im dichten Morgennebel verfehlten die Fährleute jedoch die Straße auf der anderen Flussseite deutlich und so ging es mit dem Floß das Ufer entlang bis wir die Straße und mit ihr die ersten Sonnenstrahlen erreichten.
Nach weiteren etwa 1,5 h durch den Urwald erreichten wir den zweiten großen Fluss, den Rio Madre de Dios, der abermals nur mit einem Boot überwunden werden konnte. Gemeinsam mit einem Bus der Flota überquerte Carlos wieder auf einem einfachen Floß den riesengroßen Fluss. Bei Sonnenschein und wolkenlosem Himmel genossen wir die Bootsfahrt so richtig und bedauerten fast wieder auf Land weiterzureisen zu müssen. Am Nachmittag erreichten wir das Örtchen Puerto Rico und suchten auf Anraten eines Ingenieurs das Hotel Manuripi auf um uns mit Informationen über die Gegend einzudecken. Die freundliche Besitzerin des sehr ruhigen Hotels freute sich sichtlich über (ausländische) Gäste und erzählte uns in rasantem Spanisch (mit brasilianischen Akzent) vieles über die Provinz Pando. Neben Drogen gehört in dem Departamento Pando auch der Schmuggel von Treibstoff, Gas und Nahrungsmittel zur Tagesordnung. Wir freuten uns über das informative Gespräch und versuchten noch einige Kilometer vor dem Dunkelwerden hinter uns zu bringen. In dem indigenen Dörfchen Santa Rita fanden wir einen Schlafplatz und wurden sofort von den Bewohnern und vor allem den Kindern freundlich in Empfang gekommen. Da hier wohl noch nie ein Camper gehalten hatte kamen so einige interessierte Bewohner ungläubig vorbei um mit uns ein paar Worte zu wechseln. Auch eine Waschmöglichkeit im nahen Bach wurde uns angeboten, auf die wir jedoch zu diesem Zeitpunkt noch dankend verzichteten. Nach einem morgendlichen Fußballspiel das zu Gunsten Martins und seinem Mitspieler endete, wurden wir noch von einer äußerst liebenswürdigen alten Dame mit Kochbananen beschenkt. Dankend und glücklich über den netten Stellplatz ging es weiter nach Cobija, der Hauptstadt von Pando.
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