Dies war nun unser zweiter Besuch ins Hochland von Ecuador und wiederum verweigerten uns dichte Nebelschwaden und Wolken die Blicke auf die Berge. Eigentlich wollten wir noch einen Abstecher zur Quilotoa Kraterlagune machen, doch wir merkten erst als sich die Vegetation änderte und die Straße begann in Serpentinen zu fallen, dass wir wohl die Abzweigung verpasst hatten. Da sich auch unsere Stimmung der tristen Wetterlage angepasst hatte, beschlossen wir zur Aufheiterung direkt weiter an die Küste zu fahren. Es dauerte nicht allzu lange, bis wir uns wieder in heißeren und trockeneren Gebieten befanden und wir uns wieder an frischem “agua de coco” (Kokosnussmilch) erfrischen konnten. Die frischen Kokosnüsse wurden mit der Machete aufgeschlagen und mit einem Strohhalm konnte man den erfrischenden, leicht süßlichen Kokoknusssaft herrlich trinken.
Shashin Error:
No photos found for specified shortcode
Für die Nacht quartierten wir uns bei dem Deutschen Joachim Schulze auf seiner Bonanza Ranch ein. Der Bierbrauer importierte von Belgien und Deutschland beste Rohstoffe um in Ecuador selber hochqualitative Biere herstellen zu können.
Von dort aus machten wir einen kurzen Abstecher nach San Clemente um den ebenfalls gebürtigen Deutschen Thorsten Maier kurz zu besuchen und mit ihm ein Bierchen zu trinken. Aufgrund der Empfehlungen der beiden ging es weiter nach Canoa zur Christl die den Campingplatz Iguana aufgebaut hat. Carlos wurde hinter die schützende Bambusmauer direkt unter Palmen gestellt. Da derzeit an der ecuadorianischen Küste absolute Off-saison herrschte, konnten wir den Platz beinahe für uns genießen. Auch in den Wellen am nahen Sandstrand versuchten sich zu dieser Jahreszeit nicht viele Surfer. Das Meer war hier deutlich ruhiger als in Montanita, was uns als Surfanfänger zugute kam und das ganze auch etwas ungefährlicher als bei unseren ersten Versuchen machte.
Shashin Error:
No photos found for specified shortcode
Obwohl Canoa nicht viel nördlicher als Montanita gelegen war, wies das Meer eine deutlich höhere Temperatur auf und so konnten wir auf den in Montanita notwendigen Neoprenanzug gut verzichten. Neben dem Surfen genossen wir wiederum Cebiche in den zahlreichen, einheimischen Restaurants, baumelten in Hängematten und hatten viel Spaß mit zwei Franzosen die mit uns den Campingplatz teilten. Um etwas Abwechslung vom Surfen zu haben, besuchten wir das kleine, nördlich gelegene Dörfchen Jama und das Fischerörtchen “El matal”.
Shashin Error:
No photos found for specified shortcode
Ein kleines Fischerboot neben dem anderen reihte sich am Strand auf. Wir genossen einen Spaziergang weit ab des Tourismus und beobachteten die Einheimischen. Zur Krönung deckten wir uns noch mit einer ordentlichen Portion frischen Fisch ein und begaben uns auf die Suche nach einem Stellplatz für die Nacht. Wir wollten am nahen Strand unser Glück versuchen, doch als uns eine Militärbasis den Weg versperrte und uns nur Zutritt ohne Fahrzeug erlaubte, entschlossen wir uns wenigstens noch einen kurzen Abendspaziergang zu unternehmen. Ein wunderschöner, einsamer Sandstrand in einer riesigen Bucht lag uns zu Füßen. Martin spielte Fangen mit den unzähligen kleinen Krebsen, die rasch in ihre Löcher im Sand flüchteten. Schaffte es ein Krebs nicht in sein Loch, weil Martin ihm den Weg versperrte, so stellten sie sich auf und klapperten bedrohlich mit ihren kleinen Scheren. Beeindruckt von diesem ausgedehnten, kleinen Paradies versuchten wir noch einmal unser Glück und fragen noch einmal freundlich ob es nicht doch eine Möglichkeit gäbe auf dem Strand zu nächtigen. Und siehe da – nach Rücksprache mit dem Befehlsinhaber bekamen wir doch noch eine Erlaubnis eine Nacht am Strand zu nächtigen. Wir freuten uns riesig und genossen uns vom Klang der anrollenden Wellen in den Schlaf wiegen zu lassen.
Nach ein paar weiteren Tagen in Canoa war für uns die Zeit gekommen Abschied zu nehmen von der Pazifikküste.