Huaraz – Cordillera Blanca I

Der Pastoruri Gletscher und die Puya Raimondi

Die Ausreise aus Lima gestaltete sich gottseidank deutlich einfacher als der Hinweg. Bald befanden wir uns auf der Panamericana Norte.
Je weiter wir uns vom Stadt – und Nobelzentrum entfernten umso ärmlicher und dreckiger wurden die Wohngegenden. Noch lange nach der Stadtgrenze zierten zahllose einfachste Hütten die Straße. Für uns war es wieder einmal unvorstellbar wie die Menschen hier ohne Wasser und Strom lediglich zwischen den Sandkörnern der Wüstenlandschaft leben können.

Shashin Error:

No photos found for specified shortcode

Wir freuten uns als endlich die Straße nach Huaraz rechts abzweigte und wir die Panamericana verlassen konnten. Die Straße folgte zunächst lange einem fruchtbaren Talboden. Auch den Menschen hier schien es wieder besser zu gehen. Bei Verkaufsständen neben der Straße deckten wir uns noch mit einer ordentlichen Menge an Chirimoyas, den süßen Pepinos und Avocados ein. Um ins Santa-Tal zu gelangen, mussten wir noch einen über 4.000 m hohen Pass überwinden. Schon bei der Überfahrt ließen die ersten schneebedeckten Berggipfel unsere Bergsteigerherzen höher schlagen. Kurz vor dem Örtchen Catac verließen wir das Santa-Tal und machten unseren ersten Abstecher Richtung Huascarán – Nationalpark. Doch die Müdigkeit von der langen Fahrt übermannte uns und wir suchten uns schon kurz nach der Abzweigung einen einsamen und ruhigen Schlafplatz auf etwa 3.900 m. Am nächsten Morgen folgten wir der Schotterpiste weiter und es dauerte nicht lange bis wir den Kontrollposten des Nationalparks passierten. Vorbei an den riesigen Puya Raimondi-Pflanzen schlängelte sich die Straße das Tal weiter nach oben. Plötzlich konnten wir beinahe unseren Augen nicht trauen. Ein T5 California mit französischem Kennzeichen kam uns in dieser Einöde entgegen. Die Autos wurden kurzerhand auf der Straße abgestellt und wir freuten uns Claudia und Michele, die wir bereits in Cusco getroffen hatten, wieder zu sehen. Nachdem wir uns kurz ausgetauscht hatten ging die Fahrt in die Höhe wieder weiter. Der Pastoruri-Gletscher, ein beliebtes Ausflugsziel von Huaraz, stellte unser Tagesziel dar. Wir wunderten uns schon, dass wir noch keine Touristen getroffen hatten und beschlossen noch gemütlich zu Jausnen bevor wir den Spaziergang zum Gletscher starten wollten. Doch auf einmal traf ein Convoy aus Touristenbussen ein. Schnell sprangen wir in unsere Sportschuhe, schnappten die Kamera und machten uns auf den kurzen und breiten Weg Richtung Pastoruri-Gletscher. Bald kamen uns schon die ersten Touristen auf Pferd (um den meist eher unsportlichen Touristen den kurzen Aufstieg auf knapp 5.000 m zu erleichtern stehen etliche Einheimische mit Pferden bereit) entgegen. Unsere Begeisterung über den Gletscher hielt sich in Grenzen, vor allem auch aus dem Grund, dass ein Aufstieg auf den nahen Gipfel verboten war. Auch die Erkundung der näheren Umgebung abseits des Trampelpfades wurde uns untersagt. Wir genossen noch die schöne Aussicht und traten bald wieder die Rückreise in den wärmenden Carlos an. Um nicht ganz so hoch zu schlafen, fuhren wir noch zurück zu den großen Puya Raimondis auf etwa 4.200 m. Am nächsten Morgen packten wir nach einem ausgiebigen Frühstück die Kamera samt Teleobjektiv und machten uns auf den Weg um eine weiter oben am Hang gelegene blühende Puya Raimondi aus der Nähe zu betrachten. Die größte Bromelienart braucht teilweise bis zu 100 Jahre bis sie den längsten Blütenstand der Welt ausbildet. Nach der Blüte sterben die wunderschönen Pflanzen ab. Von der Straße konnten wir zahlreiche abgestorbene und schwarz verfärbte Puyas betrachten. Da wir jedoch unbedingt ein blühendes Exemplar aus der Nähe betrachten wollten, machten wir uns auf den Weg. Wir hatten uns nicht zuviel von dieser einzigartigen Pflanze erwartet. Besonders die zahlreichen Kolibris, die gierig von den Blütenkelchen naschten, faszinierten uns. Da es in dieser Höhe keine Insekten mehr gibt, dienen die flinken Kolibris der Bestäubung. Wir knipsten mit ausgefahrenem Teleobjektiv, bis der Akku seinen Geist aufgab.
Noch am selben Tag machten wir uns auf den Weiterweg nach Huaraz und nach einer etwas nervenauftreibenden Suche fanden wir einen sicheren Stellplatz beim Hotel Santa Cruz.

Shashin Error:

No photos found for specified shortcode

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>