Aufgrund von beinahe gähnender Leere in unseren Gasflaschen fiel die Entscheidung wieder über die Grenze nach Argentinien zu fahren. In jedem südamerikanischen Land gibt es unterschiedliche Anschlüsse für Gasflaschen. Da wir einerseits bereits über einen Adapter für Argentinien verfügen und es andererseits (im Gegensatz zu Chile wo nur Flaschen getauscht werden) in beinahe jedem Ort möglich ist Gas umfüllen zu lassen, führte uns der Weiterweg nach Junín de los Andes. Diese kleine Stadt zeigte sich für uns einkaufstechnisch von der besten Seite; in kürzester Zeit waren nicht nur die Gasflaschen und die Essens- und Treibstoffvorräte wieder aufgefüllt, sondern sogar neue Diesel- und Ölfilter für Carlos gefunden!!!
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Bevor es wieder zurück nach Chile gehen sollte, machten wir noch einen Abstecher zum Lago Huechulafquen, der im riesengroßen Nationalpark Lanín gelegen ist. Da wir erst um etwa 18.00 Uhr den Kontrollposten des Guardaparque passierten, kamen wir auch ohne die ansonsten anfälligen Nationalparkgebühren rein. Normalerweise zahlt man in Argentinien in jeden Nationalpark Eintritt. Das Absurde jedoch ist, dass oftmals ab 17 oder 18.00 Uhr keine Gebühren mehr verlangt werden, obwohl das Personal noch für Auskünfte bereit steht… Wir freuten uns also und fuhren weiter, um einen Stellplatz für die Nacht zu finden. Kurz darauf Entdeckten wir einen deutschen LKW mit Aufbau an einem schönen Platz direkt am Ufer und gesellten uns mit Carlos hinzu. Silvia und Paul sind bereits seit dreieinhalb Jahren in Südamerika unterwegs und besitzen mit Abstand das beste Campingmobil, das wir je gesehen haben. In langjähriger Arbeit hatten sich die beiden den LKW-Aufbau selbstständig gezimmert und mit geölten Vollholzmöbeln nicht nur sehr gemütlich, sonder auch wunderschön und funktionell ausgebaut. In so feiner Umgebung freuten wir uns gemeinsam einen sehr netten Abend verbringen zu dürfen und lauschten gespannt den vielen Erfahrungen und Tipps der beiden. Da sich das Wetter am nächsten Tag nicht von seiner besten Seite zeigte stand erstmals ein großer Carlos – Putz- und Zusammenräumtag auf dem Programm. Aus einem gemütlichen Nachmittagskaffe wurde wieder ein gemütlicher Abend zu viert – dieses mal im Carlos.
Am nächsten Tag folgten wir der Straße und drangen tiefer in den Nationalpark vor. Traumhafte Blicke auf den Vulkan Lanín belohnten die Fahrt über teilweise grauenhafte Wellblechpiste. Der Vulkan präsentierte sich mit schneebedecktem Kragen von seiner besten Seite. Für uns war es nur schwer vorstellbar, dass wir nur wenige Tage zuvor auf dem gleichen Berg gestanden hatten, der sich bei der Besteigung eher als völlig trostloser und windiger Geröllhaufen herausgestellt hatte. Doch abermals wurden wir auf die umgekehrte Geografie auf der Südhalbkugel aufmerksam: wo auf der Südseite oft riesengroße Gletscher vorherrschen sind die Nordseiten meist aper. Nach zwei kleinen Wanderungen und ein paar schönen und geruhsamen Tagen, führte unser Weg wieder zurück über den Tromenpass nach Chile.