Schweren Herzens viel die Entscheidung Huaraz und die weiße Cordillere hinter sich zu lassen. Tatsächlich hatte uns wieder der Schnupfen fest im Griff und da die Saison sich wirklich ihrem Ende zu neigte und heftige Winde nicht nur unser Gipfelglück verhindert hatten, fuhren wir weiter durch das Santatal Richtung Norden. Beim Canon del Pato verengte sich das Tal an einigen Stellen bis auf wenige Meter. Eine spektakuläre Straße wand sich steil in den Abhang gesprengt und durch zahlreiche enge Tunnels durch die wilde Schlucht. Immer wieder rieselten kleine Steine die Felswände herunter direkt vor uns auf die Fahrbahn. Nun verstanden wir auch, dass die wenigen Fahrzeuge, die hier verkehrten, fast alle mit einem Gitter über dem Dach versehen waren.
Das unwirtliche Tal wurde in diesem Abschnitt lediglich von einer Handvoll Minenarbeitern besiedelt. Langsam jedoch öffnete sich das Tal und auf den nun fruchtbaren Böden erstreckten sich weite Felder auf beiden Seiten des Flusses. Wieder einmal wollten wir nicht genauer über die Verseuchung des Flusswassers bescheid wissen, mit dem auch die Felder bewässert wurden.
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Bald erreichten wir die Panamericana, der wir nach Norden folgten. Im Küstennebel ging es entlang an teils riesigen Feldern, die großteils direkt auf bewässertem Wüstensand angelegt waren und mit viel Gift und Dünger von Menschen, die in einfachsten Hüttchen leben, bewirtschaftet werden. Wir sahen zahlreiche Busse und LKWs die Arbeiter zu ihren Einsatzgebieten verfrachteten, wo sie ausgestattet mit teils nur einer Schaufel die Felder bestellten. Andere durchstreiften mit Giftrucksäcken bewaffnet die Äcker.
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In dem kleinen Fischerdorf Huanchaco kurz nach Trujillo hielten wir bei einem Campingplatz für die Nacht und trafen seit langem wieder auf andere Wohnmobilreisende. Nachdem wir am nächsten Tag noch kurz der archäologischen Anlage Chan Chan einen Besuch abgestattet hatten und uns in einem riesigen Einkaufscenter mit für Südamerika hochqualitativen Brötchen eingedeckt hatten, ging es weiter durch die triste Küstenlandschaft.
Eigentlich hatten wir geplant der Region um Cajamarca noch einen Besuch abzustatten. Da es jedoch in dieser Region in letzter Zeit zu heftigen Unruhen und Protesten mit Todesopfern kam und nur wenige Tage zuvor der Ausnahmezustand beendet wurde, beschlossen wir diesen angeblich landschaftlich sehr schönen Teil Perus auszulassen.
Unser nächster Halt war das kleine Fischerdorf Pacasmayo. Auf einem langen Peer, auf dem sich bereits die Fischer für die Nacht vorbereiteten, genossen wir einen tollen Sonnenuntergang. Mit frischem Fisch im Kühlschrank ging es am nächsten Morgen zeitig weiter Richtung Norden. In Lambayeque legten wir noch einmal einen kurzen Zwischenstopp ein. Einige heruntergekommene Kollonialbauten deuteten auf wohl bessere Zeiten in der Vergangenheit hin. Auch eine riesige Kirche mit sämtlichen prunken, goldenen Altären passte so gar nicht in das Bild des schäbigen Ortes.
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Über Piura ging es rasch weiter nach Mancora, das peruanische Surf- und Strandeldorado des Nordens. Wir parkierten beim “Laguna Surf Camp” für die Nacht. Lediglich einige wenige Backpacker und peruanische Touristen verbrachten derzeit ihren Urlaub in dem ansonsten touristisch völlig überlaufenen Strand- und Partyort. Trotzdem tönte es abends laut aus sämtlichen Lautsprechern. Viel konnte uns hier nicht halten und wir steuerten das sehr ruhige, jedoch nur wenige Kilometer entfernte Punta Sal an. Auf einer freien Parzelle konnten wir einen Stellplatz für die Nacht direkt zwischen den teuren Strandhäuschen, der peruanischen Elite finden. Da es auch hier zur Zeit wie ausgestorben war, störten wir keinen. Unser “Nachbar” freute sich sogar über ausländische Besucher und lud uns bald darauf in sein Haus ein. Von dem Peruaner, der viele Jahre in Australien gelebt hatte und hervorragend Englisch sprach, konnten wir vieles über Peru erfahren. Auch viele für uns noch offene Fragen über das Land wurden von Sergio beantwortet. So blieben wir eine Nacht länger als geplant, beobachteten die Krebse am Strand und genossen die Ruhe. Wir staunten nicht schlecht, als auf einmal ein Wal knapp vor der Küste vorbei schwamm, mit der Flosse “winkte” und 3 mal in die Luft sprang. Wir wollten diesem Naturschauspiel beinahe nicht glauben, doch Sergio bestätigte, dass zu dieser Jahreszeit hier regelmäßig Wale querten. In weiter Ferne konnten wir später noch ein paar Wasserfontänen der Wale mit dem Fernglas beobachten. Motiviert von diesem für uns bis jetzt unbekannten Naturspektakel beschlossen wir rasch Richtung Ecuador weiterzufahren, um die Wale noch besser beobachten zu können.